Gesundheit

Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts (Arthur Schopenhauer).

Die Hautarztpraxis von Dr. Tilmann Oppel ist schulmedizinisch ausgerichtet. Dr. Oppel hat nach seinem Medizinstudium viele Jahre an der Universitätshautklinik in München an der LMU gelernt und gearbeitet: „In meinen über 20 Jahren als Arzt habe ich die tollen Möglichkeiten der Schulmedizin kennen und schätzen gelernt und ich habe auch die Weiterentwicklung dieser Medizin verfolgen können. In der Dermatologie und Schulmedizin kenne ich mich aus, ich weiß, wie das geht! Ich weiß aber auch die Grenzen der Schulmedizin, gerade bei chronischen Krankheiten. Und dann lohnt auch mal der Blick auf die psychische Seite. Als Dermatologe stürze ich mich nicht nur auf die Haut, sondern betrachte den Menschen als Ganzes, indem ich seine Gedanken und Gefühle berücksichtige.“

Die Hautarztpraxis in Friedberg ist eine Praxis für Dermatologie und emotionale Medizin. Die Praxis hat einen außergewöhnlichen Schwerpunkt, der das Fühlen und Denken der Menschen berücksichtigt.

Dr. Oppels 13 Top-Regeln zur Gesundheit

  1. Zur Medizin gehört mehr als technologisch perfektionierte Heilkunst. Die moderne Medizin muss ganzheitlich sein und auch unsere Emotionen berücksichtigen. Der Mensch bildet eine Einheit aus Körper und Geist.
  2. Übernimm Verantwortung für deine eigene Gesundheit! Achte auf deine Gesundheit: körperlich und mental!
  3. Wir können den Alterungsprozess mitgestalten, aber wir können den Körper nicht austricksen. Altern bleibt ein Prozess, in dem es mit Einschränkungen fertig zu werden gilt. Wir brauchen eine Gesundheitskultur, die den Prozess des Alterns zur Kenntnis nimmt und ihm entspricht.
  4. Zu den wichtigen Gesundheitskompetenzen gehört, zu wissen, wie man sich gesund ernährt, wie man genießt, wie man mehr Bewegung natürlich in den Alltag integriert, wie man zwischen den Herausforderungen des Alltags und den Entspannungsphasen eine wohltuende Balance herstellt.
  5. Deine Langlebigkeit und deine Gesundheit erhöhst du durch Fokus auf das Positive, Selbstliebe, Zukunft ohne Stress, Entspannung, Schlaf, Sport, Zufriedenheit, Dankbarkeit, sinngebende Aufgaben, gute Ernährung und Liebe.
  6. Unsere Gesundheit ist ein Spiegelbild unserer Umwelt. Unsere Ernährung und unsere Gedanken steuern unser Leben und unsere Gesundheit!
  7. Der menschliche Körper verfügt über mehrere Messgeräte, die uns die Leistung unseres Körpers anzeigen. Diese Warnleuchten sind Emotionen und Symptome.
  8. Gefühle sind keine Krankheit, aber unterdrückte Gefühle machen krank. Lebe deine Gefühle, liebe deine Gefühle!
  9. Krankheit bedeutet, dass der Körper in Dysbalance ist. Es lohnt sich auf Ursachensuche zu gehen und zu entdecken, worauf uns unser Körper hinweisen möchte, um gesund zu werden.
  10. Die Krankheiten, mit denen wir als Erwachsene zu kämpfen haben, begannen nicht erst, als wir erwachsen waren, sondern mit den Programmierungen unserer Glaubenssätze, die in den ersten sieben Jahren unseres Lebens stattfanden.
  11. Das einzige, was heilt, ist die Liebe zu dir selbst! Selbstliebe ist wichtig. Kümmere dich um dich selbst. Selbstliebe und Selbsthass können ganz unterschiedliche Gene aktivieren.
  12. Alles möchte Anerkennung! Alles! Du, deine Menschen und alles in der Natur (auch Krankheiten)!
  13. Die Hauptursache von Krankheiten ist Stress. Und die Hauptursache von Stress sind unsere Gedanken. Nicht die Gene, sondern unsere Umwelt kontrolliert unser Leben. Wir sehen jedoch in der Umwelt nicht die Realität. Wir sehen nicht die Welt wie sie ist, sondern wie wir sie wahrnehmen. Unsere Gedanken und Emotionen beeinflussen unsere Wahrnehmung. Unsere Gedanken und Emotionen verursachen Stress und kontrollieren unsere Gene. Unsere Gedanken und Emotionen kontrollieren unser Leben. Wir werden zu dem, was wir denken. Wir können uns nur verändern bzw. gesund werden, wenn wir unsere Gedanken ändern, wenn wir jemand anderes werden!

Gesundheit: Was ist deine Vision?

Bist du in diesem Bereich des Lebens noch nicht zufrieden, dann verhilft dir eine Vision, deine Blockaden zu lösen und diesen Lebensbereich mit mehr Klarheit und Fokus zu verbessern.

Das Finden deiner Vision ist der Weg in ein zufriedeneres und entspannteres Leben.

Willst du dein Leben nicht dem Zufall überlassen und unbewußt dein Leben gestalten sondern die Dinge aktiv steuern? Dann brauchen wir dafür eine Vision. Die Taten folgen deinen Gedanken. Daher ist es so wichtig für jeden Bereich im Leben eine Vision zu entwickeln und diese am besten mit einem positiven Glaubenssatz zu verbinden. Ein Beispiel hierfür kann lauten:

Ich wünsche mir als Ausdruck von Gesundheit einen stabilen Körper und einen glücklichen Geist. Eine moderne Medizin muss ganzheitlich sein und auch die Emotionen berücksichtigen. Um gesund und glücklich zu sein, will ich das Zusammenspiel von Körper und Seele beachten. Ich versuche auf die Signale meines Körpers zu hören und berücksichtige, dass alles im Leben Anerkennung möchte. Wenn es mir nicht gut geht, dann gehe in die Natur. Sie soll mir Kraft und Inspiration geben, um weiter zu machen. Ich möchte täglich meinen Körper bewegen. Ich möchte niemals an meiner Gesundheit sparen. Meine Nahrung ist meine Medizin und meine Medizin ist meine Nahrung. 

Überlege dir eine eigene Vision und einen positiven Glaubenssatz, der genau zu dir passt. Lass dich dazu von meinem Kapitel zum Thema Gesundheit inspirieren.

Wünscht du dir Unterstützung, um deine Vision zu finden und um deine Glaubenssätze umzuprogrammieren, die dich noch in deiner vollen Entfaltung sabotieren? Wir helfen dir gerne mit einem wundervollen und kraftgebenden Coaching.

In diesem Kapitel geht es um deine Gesundheit.

Stellt dir als Aufwärmübung mal folgende Fragen:

  • Wie schätzt du deinen aktuellen Gesundheitszustand ein? Wie beurteilst du deinen Gesundheitszustand verglichen mit vor einem halben Jahr?
  • Wie zufrieden bist du mit deinem Leben?

Allgemeines zur Medizin

In Kräutergärten entstand die Naturheilkunde. Mit den fortschreitenden technischen Möglichkeiten gelang es, Stoffe aus Pflanzen zu extrahieren und zu konzentrieren. Das war die Geburt der Schulmedizin und der Apotheker. Ohne die Naturheilkunde wäre unsere heutige Schulmedizin gar nicht denkbar. Allein daran erkennen wir, wie wenig man die Schulmedizin von der Naturheilkunde trennen kann.

Neben pharmazeutischen Errungenschaften hat die Medizin viele technische Ziele erreicht: Kurzsichtigkeit können wir mit einem Laser korrigieren und sogar ganze Organe wie Herz, Leber oder Niere transplantieren. Die Liste der segensreichen Entwicklungen in der Medizin läßt sich lange fortsetzen.

Die Schulmedizin verdankt ihren Erfolg der Forschung und Technik. Nie zuvor in der Geschichte wurden Menschen so alt wie heute. Allein in Deutschland hat sich die Lebenserwartung in den letzten 100 Jahren beinahe verdoppelt. Dass wir immer älter werden, ist natürlich kein Zufall, sondern ein Zeichen des Fortschritts. Mit der Emanzipation der Wissenschaft von der Religion traute man sich, einen Schritt weiterzugehen und den ehemals „heiligen“ Körper streng wissenschaftlich zu betrachten. Dies trug zu immensen Erkenntnissen über den menschlichen Körper bei, z.B. über Anatomie und Funktion des Herzens. Wahre Durchbrüche brachte die Pathologie, die sich mit der Diagnose und Beschreibung von körperlichen Erkrankungen beschäftigt. Von der Pathologie war der Weg nun auch nicht mehr weit zur Chirurgie. Diese erlaubte es den Ärzten, kranke Organe zu entfernen. Doch wirklich effektiv wurde die Chirurgie erst durch die moderne Anästhesie. Denn bevor sie mit Lachgas, Morphin oder Chloroform betäuben konnten, hatten die operierenden Ärzte meist nicht mehr als Schnaps oder einen Knebel zwischen den Zähnen zur Verfügung. Unter diesen Umständen verstarben viele Patienten bei für heutige Verhältnisse einfachen Operationen.

Eines ist gewiss: Noch nie waren wir medizinisch so gut versorgt. Und das ist auch dem rasanten technischen Fortschritt und der Wissenschaft der letzten Jahrhunderte zu verdanken.

Doch zur Medizin gehört mehr als technologisch perfektionierte Heilkunst. Der Mensch ist keine Maschine, die man einfach durch den Austausch einiger verschlissener Komponenten wieder auf Trab bringt. Egal ob Kardiologen, Urologen oder Neurologen – die fachärztliche Spezialisierung bringt exzellente und hoch qualifizierte Ärzte hervor, denen aber manchmal der ganzheitliche Blick auf ihre Patienten fehlt.

Oft werden Patienten nicht ausreichend darüber aufgeklärt, wie sie selbst zu ihrer Heilung beitragen können. Eine gute medizinische Versorgung muss aber mehr sein als eine rein chirurgische oder medikamentöse Intervention. Sie muss die psychosomatische Verbindung erkennen, den Menschen als Einheit sehen – als Einheit von Seele und Körper. Kein Mensch gleicht dem anderen aufs Haar. Und so gibt es auch keine Krankheit, die von jedem gleich empfunden wird. Das heißt im Klartext: Wollen wir gesundheitlichen Problemen auf die Spur kommen, sollten wir den Menschen als ganzheitliches Wesen betrachten.

Die westliche Medizin konzentriert sich mit ihrer fachärztlichen Spezialisierung darauf, einzelne körperliche Symptome und Dysfunktionen zu behandeln. Die westliche Medizin macht eine Trennung zwischen Körper und Geist.

Die traditionelle Heilkünste betrachten den Menschen meist als Ganzes. Für die chinesische Medizin bildet der Mensch eine Einheit aus Körper und Geist. Die traditionellen Heilkünste haben schon lange erkannt, dass sich Körper und Psyche gegenseitig beeinflussen. Die Ganzheitlichkeit der TCM bedeutet, dass die chinesische Medizin niemals nur ein einzelnes Körperteil behandelt. Es wird nach einer ganzheitlichen Lösung gesucht.

Die indische Heilkunst ist eine philosophische und spirituelle Lebenslehre. Seit Jahrtausenden hat die indische Heilkunst v.a. eine Devise: Unser Geist bestimmt unseren Körper. Die indische Heilkunst fußt auf der Lehre des Ayurveda. Übersetzt heißt der Begriff in etwa „Wissen vom Leben“, was zeigt, dass die Lehre auf die gesamte Lebensführung abzielt. Nach ayurvedischem Verständnis ist der Mensch nämlich erst dann gesund, wenn Körper und Geist in einem dauerhaften Zustand inneren Glücks sind.

In Naturvölkern agieren Schamanen nicht nur als Heiler, sondern auch als Schlichter und geistliche Führer. Sie sind sozusagen Allround-Mediziner. Traditionell sahen Schamanen Krankheiten immer in einem größeren Zusammenhang, d.h. auch sozial, gesellschaftlich, individualpsychologisch und seelisch bedingt. Schamanen wissen, dass ein körperliches Symptom oft nur der Ausdruck eines seelischen Konfliktes ist. Diese Erkenntnis setzte sich in Deutschland erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch: So wurde die Psychosomatik erst im Jahr 1992 als medizinisches Fach anerkannt.

Es hat sich offensichtlich bewährt, in der Medizin den Menschen in seiner Gänze zu betrachten.

Die ganzheitliche Gesundheit eines Menschen basiert auch auf verschiedenen Lebensbereichen. Zu diesen zählen die Familie und die Partnerschaft, die sozialen Kontakte, der Beruf sowie Freizeit und Erholung, außerdem der Umgang mit dem Körper (Gesundheit) und dein persönliches Wachstum. Für ein glückliches, gesundes und gelungenes Leben sollen diese Lebensbereich in Balance zueinander stehen. (Lebensrad)

Gesundheitstipps für ein langes und gesundes Leben

Physische und emotionale Medizin

Wenn du dich nicht um deinen Körper kümmerst, kümmert sich dein Körper um dich.

Deshalb rate ich dir: Übernimm Verantwortung für deine eigene Gesundheit!

Achte auf deine Gesundheit: körperlich und mental! Man könnte sagen: Ernährung ist die eine Hälfte, Psyche (Liebe) die andere.

Du kannst im Grunde selbst entscheiden, wie gesund und alt du bist.

Nutze die Möglichkeit, dich gut zu ernähren (physische Medizin) und deinen Körper gut zu behandeln (emotionale Medizin).

Deshalb gehe liebevoll mit dir um. Viele Krankheiten sind durch mangelnde Selbstliebe, also Selbstkritik, verursacht. Wir haben in der Kindheit von den Eltern immer wieder Kritik erhalten. Irgendwann haben wir das Kritisieren für uns selbst übernommen und sind unser stärkster eigener Kritiker geworden. Das ist für unsere Psyche leider sehr belastend und fördert Krankheiten (siehe Selbstliebe im Kapitel Persönlichkeitsentwicklung).

Aging

Als Arzt und insbesondere als Dermatologe beschäftige ich mich beruflich jeden Tag mit einem interessanten Thema: jeder will es werden, keiner will es sein! Alt und alt werden.

Viele Menschen wünschen sich ein langes und gesundes Leben. Wie können wir das schaffen?

Die wichtigste Regel für ein langes Leben ist und bleibt: Nicht sterben!

Wir sterben an Krankheiten, an denen wir nicht sterben müssten, zu Zeitpunkten, an denen wir nicht sterben müssten. 40% der Deutschen sterben an einem Herzleiden. Wie können wir das verhindern?

Das Altern ist ein komplexer, aber auch individueller Prozess. Menschen altern ab dem Moment, in dem sie das Licht der Welt erblicken, daran kann niemand etwas ändern. Du kannst allerdings beeinflussen, wie du alterst.

Mit Anti-Aging können wir verschiedenen Aspekten des Alterns entgegenwirken. Wir können heute tatsächlich immer schöner altern. Für einen Großteil der physischen und kognitiven Fitness im Alter bist du nämlich selbst verantwortlich. Der Körper ist formbar, und das Gehirn ist plastisch. Daher liegt es an dir selbst, den Alterungsprozess mitzugestalten.

Trotzdem bleibt Altern ein Prozess, in dem es mit Einschränkungen fertig zu werden gilt. Denk daran: die biologische Uhr tickt immer gegen dich. Auch wenn die Lebenserwartung in vielen Ländern steigt, müssen wir uns vielleicht fragen, ob wir wirklich länger leben oder nicht nur langsamer sterben.

Wenn Menschen Probleme mit dem Älterwerden haben, kann man das auch mal symbolisch betrachten. Vermutlich leben diese Menschen nicht wirklich aus ihrem Herzen, ihrem tiefsten selbst heraus. Sie leben so, wie sie zu leben haben. Sie passen sich an die Normen und Gewohnheiten der Gesellschaft an. Sie lassen sich leben, sie lenken ihr Leben nicht selbst. Sie richten ihr Leben sehr nach anderen aus. Ein vernünftiger Ausweg aus dieser Situation ist, sich endlich selbst an die Hand zu nehmen und sein Leben selbstbewußt zu gestalten.

Das führt uns zu einem anderen interessanten Ansatz, dem Pro-Aging. Hierzu brauchen wir eine positive Alterskultur mit einer gesellschaftlichen Wertschätzung von Werten, die mit dem Alter verknüpft sind: Das sind Ruhe, Gelassenheit, Weisheit. Und Achtsamkeit: die Fähigkeit, die Welt mitfühlend zu erleben, ohne sofort affektiv auf alles reagieren zu müssen. Mit dem Alter konnotierte Werte können zur Weiterentwicklung unserer ganzen Gesellschaft beitragen.

Heute ist der enge Zusammenhang von Lebensstil, Lebensdauer und Lebensqualität in der Mitte der Gesellschaft angekommen: Gesundheitliche Selbstverantwortung ist Trend, Sportlichkeit ist ein Statussymbol.
So begrüßenswert ein gesunder und sportlicher Lebenswandel auch ist – er verleitet zur Verkennung einer unumstößlichen Wahrheit: Wir können den Körper nicht austricksen. Auch wer sich noch so sehr anstrengt, wird den körperlich-geistigen Status quo nicht ewig erhalten können. Deshalb brauchen wir eine Gesundheitskultur, die den Prozess des Alterns zur Kenntnis nimmt und ihm entspricht.

Anfang der 90er Jahre legte der Gerontologe Paul Baltes seine Überlegungen zum erfolgreichen Altern dar. Sein “SOK-Modell“ (Selektive Optimierung durch Kompensation) erläuterte er am Beispiel des Pianisten Arthur Rubinstein. Dieser schränkte im Alter sein Repertoire ein (Selektion), übte diese Stücke besonders gründlich (Optimierung) und verlangsamte sein Tempo vor schnellen Passagen so, dass die nachfolgenden Läufe im Kontrast besonders schnell wirkten (Kompensation). Gerade beim Älterwerden müssen Menschen lernen, phantasievoll mit ihren Schwächen umzugehen.

Wendet man diesen Prozess der individuellen Anpassung von Zielen, der Stärkung vorhandener Ressourcen und der Suche smarter Bewältigungsweisen auf das Verständnis von Gesundheit an, heißt das:

  • Jeder entscheidet selbst, was “gesund sein” für ihn bedeutet
  • Jeder greift dabei auf die ihm eigenen körperlich-sozialen Ressourcen zurück
  • Jeder kompensiert Defizite mit Witz und Geschick

Das gewünschte Ziel ist dann nicht einfach Gesundheit, sondern persönliche Gesundzufriedenheit, ein Zustand, den man selbst mag und wertschätzt. Das Konzept „Gesundzufriedenheit“ ist positiv, alterungsgerecht und authentisch.

Heute sind wir noch nicht so weit. Die Anti-Aging-Kultur hat ganze Altersvermeidungs-Industrien entstehen lassen, von Kosmetik und Mode bis zu Sport und Wellness. Selbst Gesundheits-Urlaube spiegeln heute die Gesundheits-Leistungskultur wider. Menschen überfrachten die schönste Zeit des Jahres mit ihren Erwartungen, führen einen Kreuzzug gegen die Langeweile. In der Folge wird leichte, leere „Frei-Zeit“ zur Belastung, zum Stress. Morgens Sonnengruß, dann Zumba, Kräuterwandern und Tai Chi zur guten Nacht. Erholung wird zum Stress und bringt nichts.

Wahrscheinlich wird sich das Anti-Aging als Thema und Markt in den nächsten Jahren noch halten, denn die Industrie befriedigt damit massive Bedürfnisse. Doch es werden neue Pro-Aging-Märkte entstehen, die sich um Ruhe und Gelassenheit, Reflexion und Weisheit drehen.

Eine zentrale Rolle spielt dabei die Achtsamkeit. Sie handelt von Aufmerksamkeit und Bewusstheit – auch sich selbst gegenüber. Es geht darum, die eigene Befindlichkeit zu spüren und Gesundheitskompetenzen auszubilden: wissen, wie man sich gesund ernährt, wie man genießt, wie man mehr Bewegung natürlich in den Alltag integriert, wie man zwischen den Herausforderungen des Alltags und den Entspannungsphasen eine wohltuende Balance herstellt.

Ein Indiz für das Aufkommen einer Pro-Aging-Kultur ist deshalb auch das steigende Interesse für die eigene Persönlichkeitsentwicklung. Menschen nehmen sich wieder Zeit zur Reflexion, Zeit für die Frage nach dem Sinn des Lebens. Der Erfolg von Sachbüchern und Festivals zu den Themen Persönliche Entwicklung, Psychologie und Philosophie zeigt, dass das Reflektieren und Philosophieren langsam einen Platz im Alltag einnimmt.

Wie alt können wir überhaupt werden? Können wir für immer gesund bleiben?

Biologische Organismen können nicht unendlich alt werden, da die Anzahl der Zellteilungen in ihrem Körper begrenzt ist. Telomere spielen eine Rolle darin, wie lange wir gesund leben können.
Telomere liegen an den Enden der Chromosomen. Sie sind Erweiterungen der DNS und bilden Schutzkappen am Ende der Chromosomen. Die Telomere verhindern so ein Ausfransen und Auffalten der Doppelstrang-DNS. Bei jeder Zellteilung kommt es zu einer immer weiter fortschreitenden Verkürzung der Telomere. Jedes Mal, wenn die DNS kopiert wird, ist sie kürzer als die vorhergehende Version. Telomere verhindern, dass wir bei jeder Kopie Teile unseres DNA-Codes verlieren. Unsere Lebensdauer hängt davon ab, wie oft unsere Stammzellen geteilt werden können. Wenn es keine Telomere mehr gibt, schneiden die Kopien der DNS in die kodierenden Bereiche der Gene ein. Die Folge ist, dass dann die unvollständigen Gencodes unvollständige Proteine kodieren, die nicht mehr funktionieren.

Jetzt stellt sich die Frage: Wie oft kann sich eine Zelle teilen und die DNS kopieren, bis dieser Alterungsprozess einsetzt? Zellexperimente zeigen, dass sich eine Zelle nur 50 bis 60 mal teilen kann, bis sie schlechte, nicht mehr funktionierende Proteine bildet. Das klingt danach, dass unser Alter festgelegt ist. Oh mein Gott, wir werden sterben, wenn wir so und so viele Zellteilungen hatten!? Zum Glück gibt es nun ein Enzym namens Telomerase, das die Telomere wieder verlängern kann. Wenn wir unsere Telomere verlängern können, bedeutet das, dass wir die Zellen immer wieder teilen können und nicht in die Gene einschneiden. Man kann das Altern und Krankheiten verhindern, wenn wir die Telomerase aktivieren können. Je länger die Telomere sind, desto länger bleibst du gesund, überlebensfähig und jünger. Es gibt Faktoren in unserem Leben, die hemmen das Enzym Telomerase. Andere Faktoren stärken die Telomerase.

Faktoren, die das Enzym Telomerase hemmen und dadurch das Leben des Individuum negativ beeinflussen:

  • Stress in jeder Form hat Auswirkungen auf unsere Telomere und kann unser Leben verkürzen: vorgeburtlicher Stress, Kindesmissbrauch (physisch genauso wie verbal), häusliche Gewalt, posttraumatisches Stresssyndrom
  • Nährstoffdefizit (falsche Ernährung)
  • Liebesentzug

Und so kannst du deine Langlebigkeit und deine Gesundheit erhöhen!

Uns interessieren natürlich vielmehr Faktoren, die das Enzym Telomerase aktivieren. Das sind:

  • Fokus auf das Positive
  • Selbstliebe (statt Selbstkritik)
  • Zukunft ohne Stress
  • Sport
  • Zufriedenheit, Dankbarkeit, sinngebende Aufgaben (Dienstleistungen in der Gesellschaft und in der Familie, Ehrenamt, gemeinnützige Arbeit)
  • Gute Ernährung (gute Nährstoffe, Omega 3 Fettsäuren, auf weniger Schadstoffe in der Ernährung achten, vegetarische Ernährungsweise)
  • Die Liebe in deinem Leben am Leben halten (inkl. die Liebe zu dir selbst und die Liebe zum Leben),
  • Achtsamkeit (also dein Leben in der Hand haben).

Mit diesen Faktoren kann man eine gesunde Biologie aufrecht erhalten und ein gesundes, langes Leben fördern.

Weitere Faktoren, die mit einer guten Gesundheit und einem langen Leben verknüpft sind:

Schon seit Längerem hat man erkannt, dass ein Zusammenhang zwischen dem Einkommen und der Lebenserwartung besteht. Das überrascht nicht: Wer mehr Geld hat, muss sich beispielsweise nicht von Billigprodukten ernähren und kann sich teure medizinische Leistungen leisten, die Krankenkassen nicht zahlen. Aber es gibt offenbar auch einen Zusammenhang zwischen Bildung und Gesundheit, der unabhängig vom Einkommen ist. Aktuelle Studien kommen dabei zum Schluss, dass nicht das steigende Einkommen, sondern Bildung der entscheidende Faktor für ein langes Leben ist. Es zeigt sich eine Erhöhung der Lebenserwartung vor allem in Abhängigkeit von der mittleren Schulzeit. Als Erklärung weisen die Forscher darauf hin, dass höhere Bildung meist zu komplexerem und längerfristigem Denken führt und damit auch oft zu Verhaltensweisen, die sich auf die Gesundheit positiv auswirken. In den vergangenen Jahrzehnten haben sich die häufigsten Todesursachen zunehmend von infektiösen auf chronische Krankheiten verlagert, die stärker vom individuellen Lebensstil abhängen.

Die vier Säulen eines gesunden Lebensstils

Unser Lebensstil spielt die entscheidende Rolle für ein gesundes und langes Leben. Nur für etwa 10% der durchschnittlichen Lebenszeit eines Menschen sind die Gene verantwortlich. Die restlichen 90% gehen auf das Konto von Lebensführung. Die Art und Weise unserer Lebensführung lässt also unseren Körper langsamer oder schneller altern. Die gute Nachricht daran ist, wir sind nicht unseren Genen ausgeliefert, sondern wir haben es selbst in der Hand. Wir sind die Schöpfer unseres Lebens und keine Opfer.

Die vier Säulen Ernährung, Schlaf, Bewegung und Entspannung bilden die Basis für ein langes und gesundes Leben.

Gesunder Lebensstil durch gesunde Ernährung

Die Bewohner der japanischen Insel Okinawa gelten als das Volk mit der durchschnittlich längsten Lebenserwartung. Okinawa wird auch „die Insel der 100-Jährigen“ genannt. Eine besondere Rolle spielt dabei möglicherweise die Ernährung der Bewohner: viel Obst und Gemüse, Meeresfrüchte, Algen, Bitterlemone (Goya), wenig Fleisch, Fett und Zucker, keine weiterverarbeiteten Produkte und reichlich pflanzliche Proteine.

Die mediterrane Küche, auch Mittelmeerkost genannt, zählt zu den gesündesten Ernährungsweisen weltweit. Nicht überraschend ist: Sie unterscheidet sich gar nicht so sehr von den Ernährungsgewohnheiten der Inselbewohner Okinawas. Für die ursprünglich aus Süditalien und Griechenland stammende Küche ist vor allem typisch: viel Gemüse, Obst und Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen, natives Olivenöl, wenig Milchprodukte und bevorzugt weißes Fleisch. 

Die Ernährungsgewohnheiten moderner westlicher Gesellschaften dagegen überfordern sowohl unseren Stoffwechsel als auch unsere Haut. Denn auch deine Haut ist, was du isst.

Dein Körper sollte in guter Form sein. Dafür empfehle ich dir etwas ganz wichtiges: Ernähre dich gesund. Höre auf industriell gefertigtes Essen zu essen und kehre zurück zu natürlichen, biologisch angebauten Lebensmitteln. Die von der Petrochemie erfundenen Pflanzenschutzmittel, die Insekten fernhalten sollen, sind in der Regel giftig. Wie gut kann es dann für uns sein, diese Pflanzen zu essen? Unsere Nahrung ist leider oft mit Giften angereichert. Das Auftreten von Krankheiten ist da auf Dauer unausweichlich. Verbessere also deine Ernährung (siehe hierzu auch Kapitel Ernährung).

Achte bei der Ernährung auch auf genügend Eiweiß (Proteine) mit ca. 1g/kg Körpergewicht. Die Proteine kannst du gerne aus pflanzlichen Quellen für deine Ernährung beziehen. Proteine sind notwendig, um unser Immunsystem stärken. Die Antikörper deiner Immunabwehr bestehen aus Eiweiß. Ohne Proteine sind keine ausreichende Mengen an Antikörperbildung möglich. Durch genügend Proteine in der Ernährung verhinderst du auch einen Abbau deines Körpers. Das ist vor allem im Alter wichtig und wird oft vergessen.

Einer der wichtigsten Nährstoffe für Körper und Geist sind Omega-3-Fettsäuren. Sie sind der Schmierstoff unserer Gelenke und an etlichen Prozessen wie der Hormonbildung, dem Zellstoffwechsel und der Eiweißsynthese beteiligt. Omega-3 verstärkt auch die Membranen der Nervenzellen, was sich erwiesenermaßen positiv auf den körpereigenen Umgang mit depressiven Verstimmungen auswirkt. Omega-3 hilft effektiv gegen diverse Entzündungsvorgänge in unserem Körper, die wir durch unsere moderne westliche Ernährung selbst verursachen. Der übermäßige Verzehr von Fleisch aus Massentierhaltung, pflanzlichen Ölen und industriellen Fertigprodukten führt zu einem Überschuss an Omega-6. Diese Übersättigung wird von vielen Wissenschaftlern für zahlreiche schwere Erkrankungen im wohlhabenden Westen verantwortlich gemacht.

Gesunder Lebensstil durch Schlaf

Der Körper braucht Schlaf, um zu regenerieren. Unzureichender und schlechter Schlaf kann schwere Folgen für unsere Gesundheit haben. Schlafstörungen gehören zu den häufigsten Beschwerdebildern in Deutschland – ist aber für ein gesundes Leben unerlässlich.

Neben der Quantität des Schlafs ist für viele Körperfunktionen und die Lebensenergie vielmehr noch seine Qualität enorm wichtig. Für viele Menschen ist die Zeit nach Sonnenaufgang die energiereichste und beste Zeit. Der Nachmittag und Abend ist dagegen weniger für kreative Arbeit geeignet.

Mit diesen Maßnahmen kannst du deine Schlafhygiene verbessern (siehe auch Kapitel Schlaf):

Achte auf einen möglichst konsequenten Schlafrhythmus und richte dir regelmäßige Schlafenszeiten ein. So bleibt die „Innere Uhr“ in Takt.

Alkohol und Nikotin wirken sich negativ auf den Schlaf aus. Verzichte daher möglichst auf diese Genussmittel am Abend.

Auch die räumlichen Gegebenheiten wirken sich auf den Schlaf aus. In abgedunkelten Räumen schläft es sich besser, da im Dunkeln das sogenannte Schlafhormon Melatonin produziert wird. Sorge also dafür, kurz vor dem Schlafengehen das Licht auszumachen und die Vorhänge zu schließen. Außerdem sinnvoll: Schalte am Abend grelle Beleuchtung ab.

Benutze Tablet und Co. am Abend nur noch im Nachtmodus. Sonst stört das blauwellige Licht die Herstellung von Melatonin.

Gesunder Lebensstil durch Bewegung

Wer sich viel bewegt, fördert maßgeblich seine Gesundheit. Sport stärkt die Abwehrkräfte, baut Stress ab und beugt Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes vor. Körperliche Aktivität ist wichtig zur Erhaltung der Lebensenergie. Dabei muss man nicht direkt zum Leistungssportler werden. Moderater Sport kann Gene aktivieren, die das Leben verlängern. Schon ein kurzer Spaziergang täglich reicht aus, um die Lebenserwartung zu erhöhen. Wer dagegen täglich mehr als 9,5 Stunden im Sitzen verbringt, hat ein erhöhtes Risiko, frühzeitig zu sterben. 

Hier ein paar Tipps für mehr Mobilität im Alltag (siehe auch Kapitel Sport):

Ausdauertraining wie Schwimmen oder Radfahren ist der ideale Sport für Anfänger. Es schont die Gelenke und stärkt das Herz-Kreislauf-System.

Spazierengehen in der Natur sorgt nicht nur für ausreichend Bewegung, sondern versorgt den Körper zudem mit frischer Luft.

Kleine Sporteinheiten bei der Arbeit bringen Abwechslung in den Alltag. Zudem wirkt sich insbesondere die Stärkung der Rückenmuskulatur auf die gesamte Körperhaltung aus und beugt Problemen mit dem Bewegungsapparat vor. 

Statt dem Aufzug lieber die Treppe nehmen, um die Muskulatur zu stärken. So verringerst du unter anderem auch das Sturzrisiko im Alter.

Schrittzähler benutzen: Fast jedes Mobiltelefon hat einen integrierten Schrittzähler, der genau festhält, wie viel du dich am Tag bewegt haben. Nimm dir vor, rund 10.000 Schritte am Tag zu absolvieren.

Suche dir Gleichgesinnte. In einer Gruppe machen sportliche Aktivitäten gleich viel mehr Spaß. So könnt ihr euch gegenseitig motivieren und stärkt zusätzlich eure sozialen Kontakte. Denn auch die gehören zu einem gesunden Lebensstil dazu.

Gesunder Lebensstil durch Entspannung

Im hektischen Alltag sind Stress und Überforderung keine Seltenheit. Und dies wirkt sich auch negativ auf die Gesundheit aus. Wer einen gesunden Lebensstil pflegen will, sollte daher darauf achten, sich regelmäßig Auszeiten zu nehmen, ausreichend zu entspannen und das eigene Stresslevel möglichst gering zu halten. Helfen kann dabei ein sogenanntes „Stressmanagement“. 

Denn ist man regelmäßig Stress ausgesetzt, befinden sich Körper und Geist in einem dauerhaften Alarmzustand, du bist im Kampfmodus. Die Folge: Man fühlt sich zunehmend erschöpft und zahlreiche Erkrankungen werden begünstigt. 

Verschiedene Entspannungsmethoden können helfen, Alltagsstress zu reduzieren und das Wohlbefinden erheblich steigern. 

Entspannung durch Bewegung:

Sportarten wie Tai Chi oder Qigong sorgen durch bestimmte Atemtechniken und langsame Bewegungsabläufe für innere Ruhe und Gelassenheit. Und auch Yoga kräftigt nicht nur die Muskulatur und fördert die Gelenkigkeit, sondern wirkt sich durch gezielte Atemübungen und Yoga-Mantras positiv auf die Psyche aus. 

Entspannung durch Abschalten und nichts tun:

Falls du auch zu denjenigen gehörst, die Probleme mit dem Abschalten haben, versuche doch einmal ganz gezielt, nichts zu tun. Nimm dir eine Auszeit aus der digitalen Welt, lege die Füße hoch und laß die Gedanken schweifen.

Eine bewährte Methode ist die Meditation. Bestimmte Meditationsübungen zielen genau darauf ab, seinen Geist frei von lästigen Gedanken und Alltagsplänen zu machen. Gesundheit beginnt im Kopf, denn die Gedanken steuern den Körper. Durch Meditation können wir einen Bewusstseinszustand erreichen, der die innere Balance wiederherstellt und unsere Selbstheilungskräfte aktiviert. Selbstheilung durch Meditation. So nutzt du deinen inneren Arzt!

Personen die regelmäßig meditieren haben um 73 Prozent seltener Atemwegsprobleme und leiden um 87 Prozent seltener an psychischen Krankheiten (z.B. Angststörungen oder Depressionen). Darüber hinaus hilft Meditation gegen chronische Schmerzen, Hautkrankheiten, Allergien und Arteriosklerose. Wir können unser Selbst durch Meditation heilen, indem wir uns in eine gelassene Stimmung versetzen und uns mit einem klaren Blick aufs Wesentliche versehen. Durch die Meditation beruhigst du deinen Geist. Durch die meditative Praxis lernt dein Geist sich klar auszurichten und dein Herz lernt sich klar auszurichten. (siehe Kapitel Meditation)

Entspannung durch die Kraft der Natur:

An gar nichts denken, meditieren und Körper und Geist in Einklang bringen – das kann anfangs ein wenig schwerfallen. Wer sich mit Yoga oder Tai Chi noch nicht angefreundet hat, für den ist vielleicht das sogenannte „Waldbaden“ genau das Richtige. Ziel ist es dabei, den Wald als Naturerlebnis mit allen Sinnen zu genießen und tiefenentspannt zu werden. Forschungen belegen, dass bereits bei dem Gedanken an „Waldbaden“ die Produktion des Stresshormons Cortisol sinkt. 

Entspannung durch Sauna:

Geh doch einmal in die Sauna. Sauna bringt Körper und Geist in Einklang und hilft dir, Stress abzubauen. Wie bei allem entfaltet sich auch die Wirkung von Saunagängen nur durch Regelmäßigkeit. Geh ca. einmal die Woche in die Sauna und mache 2-4 Saunagänge. Wichtig ist  auch hier, der bewusste Umgang – manche fühlen sich wohl, wenn sie 5 Minuten je Gang in der Sauna bleiben, andere brauchen 15 Minuten. Dein Körper wird es dir sagen, du musst nur lernen, ihm zuzuhören. Steht man am nächsten Morgen auf, spürt man nicht mehr die Erschöpfung, sondern eine ganz neue Energie.

Indem man in die Sauna geht, kann man zusätzlich sein Gefäßsystem trainieren. Durch regelmäßige Hitze von außen spannt man Venen und Arterien an und kurbelt die Hormesis an. Das Herz-Kreislauf-System wird trainiert und stabilisiert sich. Zudem werden Wachstumshormone ausgeschüttet, die das Muskelwachstum unterstützen, sowie Beta-Endorphine, die gute Laune machen. Das Immunsystem wird gestärkt, Muskeln, Faszien und Haut werden besser durchblutet, die Poren öffnen sich, Talg und Dreck werden hinausgespült. Duschen und Baden reinigen den Körper nicht so intensiv wie ein Saunagang. Die Körpertemperatur erhöht sich, wodurch Krankheitserreger bekämpft werden. Wer regelmäßig in die Sauna geht, beugt Erkältungen und anderen Krankheiten vor.

Nicht zu vergessen ist der humane Mehrwert der Sauna. Da man in der Sauna keine Badehose  trägt, lernt man Mitmenschen so kennen, wie Sie geboren wurden – Hemmungen und Vorurteile gehören so schnell der Vergangenheit an, so dass durchaus auch eine Entwicklung im Zwischenmenschlichen gegeben ist.

Gesunder Lebensstil, aber bitte mit Spaß!

Eine gesunde Lebensweise mit guter Ernährung, Sport, Entspannung und ausreichendem Schlaf ist sicher eine wirksame Prophylaxe gegen viele Krankheiten. Du kannst aber auch alles sehr positive und gesunde so strikt und streng machen, dass du es wiederum negativ auflädst und damit gegen dich richtest! Das ist dann der falsche Weg. Konzepte, die darauf bauen, dass Menschen sich langfristig kasteien und zu etwas zwingen, können nicht langfristig erfolgreich sein. Gesundheit entsteht nicht aus Verboten und Unterlassungen – kein Zucker, kein Fett, kein Salz, kein Essen nach 18 Uhr…

Bei allem, was du machst, ist Selbstliebe wichtig. Richte den Fokus auf dich nach innen. Achte auf deinen Körper. Wir sind nicht dafür gebaut, immer im Überlebensmodus zu sein und zu kämpfen. Das macht Dauerstress und der kann nicht gesund sein. Gehe liebevoll mit dir um. Wir brauchen Ruhepausen und Achtsamkeit. So veränderst du deine Energiewolke und bekommst eine höhere Schwingung. Durch Härte und Selbstkritik aktivieren wir schlechte Gene und fördern am Ende wieder Krankheiten. Das konnte uns die Wissenschaft der Epigenetik inzwischen beweisen.

Gesundheit durch Genuss

Gesundheit entsteht aus Positivem. Und damit kommen wir endlich auch zum Genuss. Genuss hat direkten Einfluss auf die subjektive Lebensqualität. Doch Genuss ist eine Vokabel, die in der traditionellen Medizin keine Rolle spielt. Ein genussfreundliches Gesundheitskonzept ändert unter anderem das Verständnis von gesundem Essen und Trinken. Es erlaubt Koffein im Kaffee, Kohlenhydrate im Bier, Fett in der Sahne. Es genehmigt den täglichen Spaziergang, statt den Marathon zu erzwingen. Gleichzeitig löst es das bipolare Denken in “richtigen” und “falschen” Lebensmitteln ab. Das Verständnis einer gesunden Ernährung wird ganzheitlicher. Ausgewogenheit und Vielfalt der Lebensmittel wird zum entscheidenden Schlüssel für eine gesunde Ernährung. Gesundheit entsteht nicht durch Moleküle, Medikamente und Maschinen. Der gesundheitliche Effekt der Teilnahme an einem Volkslauf geht weit über das kardiovaskuläre Ausdauertraining hinaus. Das Wir-Gefühl und die Anerkennung der anderen wirken ebenfalls positiv auf die Gesundheit, hinzu kommt das emotionale Hoch nach der gemeisterten Herausforderung. Aus der Glücksforschung wissen wir, dass eine gute Partnerschaft und Freunde, Kinder oder auch eine erfüllende Tätigkeit erheblich zur Lebensqualität beitragen. Gesund zu sein, kann einen Menschen glücklich machen. Aber auch Glück selbst kann zu besserer Gesundheit führen. Gesundheit ist ein komplexer körperlich-geistiger Prozess.

Nutze die Kraft der Schönheit

Eine Weisheit von indianischen Urvölkern besagt, dass Schönheit wie die Schwerkraft eine physikalische Grundkraft ist. Schönheit ist eine energiespendene Urkraft. Sie macht uns stark. Schönheit ist eine Kraft, die in allen Dingen innewohnt. Schönheit ist überall in der Natur und in dir. Sehe sie, erkenne sie, geniesse sie. Suche das Schöne in dir. Nicht deine Fehler. Mache das Motto Schönheit zu deiner Lebensart. Freunde suchen die guten Eigenschaften und das Positive. Nicht ihre Fehler. Das macht dich und die Freunde glücklich.

Soziale Kontakte

Menschen suchen ständig Verbindung zu anderen Menschen. Solange alte Menschen noch Verbindung zu Jungen und insbesondere Kindern haben, fühlen sie sich wohl. Werden diese Verbindungen unterbrochen, weil sie sich z.B. im Altersheim abgeschoben fühlen, geht es mit ihrem Lebenswillen bergab und sie sterben rasch. Die Stärke des Immunsystems hängt damit zusammen, wie positiv man sich als Teil einer Gemeinschaft wahrnimmt. Menschen, die sich als Teil einer Familie fühlen, haben ein stärkeres Immunsystem. Dies zeigt, dass die Wahrnehmungen von Verbundenheit und Zugehörigkeit eine große Rolle in unserer Biologie spielen.

Bleibe neugierig und offen für neue Erfahrungen

Die moderne Psychologie definiert die Persönlichkeit über fünf Dimensionen, die sogenannten Big Five-Charaktereigenschaften: Neurotizismus, Extraversion, Offenheit, Verträglichkeit und Gewissenhaftigkeit. Gewisse Big-Five-Merkmale erleichtern das Altern. Wer offen ist, auf andere zugehen kann und sich neuen Erfahrungen nicht verschließt, hat auch im Alter gute Chancen, tolle und erfüllende Erlebnisse zu sammeln. Bleibe neugierig auf dein Leben und die Welt. Man sollte versuchen, sich auch im Alter noch zu entwickeln und seine Persönlichkeit zu bereichern. Wer das Leben als Wanderung ansieht, hat in seiner Lebensgestaltung schließlich mehr Spielraum. Wir sollten das Alter nicht als Abstieg begreifen, sondern als Wanderung. Untersuchungen zeigen, dass das Älterwerden auch Vorteile hat: mit dem Älterwerden werden die Menschen häufig zufriedener und glücklicher über ihr Leben. Menschen im mittleren Alter sind am unzufriedensten und haben am meisten Sorgen.

Halte deine Lebensenergie im Alter hoch

In der zweiten Lebenshälfte sollten wir unseren weltlichen Willen und Ehrgeiz reduzieren, um sich nach Innen wenden zu können. Symptome wie chronische Erschöpfung und Mangel an Vitalität sind Resultate eines Lebensstils, welcher noch nicht seine Bestimmung gefunden hat. Menschen, die bereit zu Veränderung sind, haben mehr vom Leben. Mit Sonne im Herzen gehen wir das Leben ungleich freudiger und mutiger an. Sonne fördert ein herzhaftes, herzliches Leben.

Begeisterung ist Dünger für dein Gehirn und deinen Körper

Wo die Freude nicht ist, kann dein Weg nicht sein. Mit der richtigen körperlichen, seelischen und geistigen Nahrung ist die Lebensenergie vermutlich nicht beschränkt sondern eher unendlich. Hast du Spass an dem, was du machst, dann mobilisierst du deine Lebensenergie. Viel leisten kann man nur, wenn es dir gelingt, dich dafür zu begeistern. Wahrscheinlich finden wir in unserer Begeisterungsfähigkeit den besten Zugang zur eigenen Quelle an Lebenskraft. Wer sich je in einen Menschen oder ein Thema verliebt hat, kennt diese enorme Flamme der Begeisterung, die uns in einen Energierausch versetzen kann. Das gilt auch für Ärzte, die ihre Patienten begeistern können und dadurch enorme Heilungsenergien mobilisieren können. Im Gegensatz zu Begeisterung sind Sorgen schlecht für die Gesundheit. Besonders der Beruf ist in dieser Hinsicht ein einflussreicher Faktor: Studien zeigen, dass Menschen, die unter großem beruflichen Stress stehen, mit einer deutlich höheren Wahrscheinlichkeit an Herzkrankheiten, Magengeschwüren oder Bluthochdruck erkranken als Menschen, die einem weniger stressigen Beruf nachgehen.

Fasten

Zur Steigerung der Lebensenergie hilft uns neben einer guten lebendigen Kost, auch das Fasten. Es ist eine wundervolle Chance, damit die Lebensenergie anschließend wieder besser fließen kann. Unsere Lebensenergie aufzufrischen ist gut möglich mit gutem Wasser, frischen Pflanzen, Früchten und Salat bis hin zu Gemüse-Rohkost. Typabhängig brauchen einige Menschen auch noch Lebenswärme durch lang durchgewärmte Nahrung.

Die Geheimnisse der 100-Jährigen

Was ist das Geheimnis der über 100-Jährigen? Dieser Personenkreis ist eine kleine Gruppe. In einer Welt mit über 6 Milliarden Menschen sind es nur 450.000 über 100-Jährige.

Hier sind ihre Gemeinsamkeiten und Tipps:

  • Es sind sehr zielstrebige Menschen, sie nutzen ihre Talente und machen ihre Aufgaben mit Leidenschaft.
  • Sie erfüllen häufig wichtige Funktionen in ihrer Gemeinschaft und sie bedeuten ihren Mitmenschen etwas.
  • Sie sind bereit, ein Leben lang zu lernen und sich für die Welt zu engagieren.
  • Sport und Bewegung sind ihr Lebensmotto.
  • Eine Vitamin-, Mineralstoff- und Antioxidantien-reiche Ernährung zeichnet sie aus. Eat the rainbow. Iss bunt. Mit viel Gemüse und Obst.
  • Weniger ist mehr. Eine Ernährung mit wenig Fleisch und wenig tierischem Fett ist für sie typisch. Viele 100-Jährige essen nur so lange essen bis sie zu 80% satt bist. Damit nehmen sie täglich nur ca 1.900 Kalorien zu sich.
  • Beim Stressabbau helfen ihnen die heilende Kraft der Natur, Spaziergänge, Meditation und Essen mit Freunden.
  • Optimismus ist ein Mantra der Langlebigkeit.

Was verkürzt das Leben?

Die klassischen Risikothemen Zigaretten, Alkohol, Falschernährung kosten dich viele Lebensjahre. Das solltest du natürlich bleiben lassen! Auch für eine Scheidung bezahlt man statistisch mit drei bis vier Jahren. Noch viel mehr Lebenszeit kostet die Unzufriedenheit mit der eigenen Gesundheit: Frauen elf, Männer sogar 14 Jahre. Wir brauchen eine Gesundheitskultur, die den Prozess des Alterns nicht ausblendet, sondern ihn zur Kenntnis nimmt und lernt, mit ihm umzugehen.

Fazit meiner Gesundheitsprophylaxe

Wie werde ich selbst möglichst alt und glücklich? Wie kann ich ein langes und gesundes Leben geniessen?

Wie so oft im Leben gibt es auch hier kein Patentrezept: Es gibt nicht den einen Weg, auf dem alle Menschen an dasselbe Ziel gelangen. Metaphorisch gibt es verschiedene Verkehrswege für deine Reise: es kann dich die Hauptstraße genauso zu deinem Ziel führen wie die weniger befahrenen Nebenstraßen. 

Letztendlich zeigen die verschiedenen Untersuchungen zu einem gesunden und langen Leben aber irgendwie doch immer die gleichen Aspekte:

Nicht Vitaminpillen mit „Zauber-Wirkstoff-Cocktails“ werden unsere Gesundheit verändern, erst umfassende Programme mit einer grundlegenden Lebensumstellung haben eine Chance, etwas wirklich Substanzielles auszurichten und den Alterungsprozess und damit einhergehende Altersleiden zurückzudrängen.

Ein derartiges Programm müsste folgende Aspekte beinhalten:

Ernährung, Fasten, Sport, Meditation oder Yoga, Schlafhygiene, soziales Umfeld, geistige Anregung, familiäre Einbindung und ein Gefühl von Lebenssinn.

Überall gelten die gleichen Regeln. Use it or loose it!

Kümmere dich um deine Liebe. Pflege deine Freundschaften. Kümmere dich um deinen Körper

Dazu brauchst du keine Messgeräte, keine Apps. Eigentlich musst du nur auf deinen Körper hören und auf deine Gefühle (Emotionen). Das müssen wir erst wieder lernen.

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